In dieser zweiten Produktion der geplanten Trilogie
„Biografische Rückblicke auf die DDR“ von Alle Guten Dinge – Community / Kunst / Bühne widmen wir uns der Nachfolgegeneration.
Nach Gertrud 2.0 tauchen wir erneut in unsichtbare Lebensgeschichten ein — diesmal mit Menschen, die sich in Strömungen der Erinnerung begeben, um die DDR für sich (neu) zu entdecken: als Gefühl, als Nachklang und als Erbe, das bis heute wirkt. Sieben Personen zwischen 20 und 48 Jahren gehen gemeinsam auf die Suche nach ihrer Verbindung zur DDR-Geschichte, die für manche noch gelebte Erfahrung, für andere nur Erzählung oder Ahnung ist.
Ein ganzes Haus wurde in einen Spielraum verwandelt. Mittels eines Audiowalks tauchte das Publikum individuell in unterschiedliche Szenen ein, bewegte sich durch Räume, begegnete Geschichten, beantwortete für sich Fragen und setzte die Erzählung auf eigene Weise zusammen. So entstand eine begehbare Erfahrungslandschaft zwischen Theater, Installation und site-specific Performance.
Die DDR erscheint als imaginäres Unterwasserwesen. Gemeinsam mit dem Publikum wagen wir den Tauchgang: hinab zu verborgenen Schätzen, Relikten und Geschichten unter der Oberfläche. Wir bewegen uns zwischen Erinnerung und Erfindung, zwischen Verlust und Möglichkeit. Wie klingt, riecht, fühlt sich Geschichte an, wenn man sie nicht selbst erlebt hat? Was bedeutet das Ende der DDR für uns heute? Welche Spuren prägen noch immer unsere Gegenwart — in Sprache, Mentalität, Strukturen und in unseren Vorstellungen davon, wie wir zusammenleben wollen?
Aus Einzelinterviews und Gruppengesprächen ist ein vielstimmiges Erinnerungsbild entstanden — poetisch, politisch und persönlich. Diese Geschichten entfalten sich in einzelnen Räumen des versunkenen Unterwasserwesens DDR. Das Publikum wird dabei direkt in den Strudel hineingezogen, inspiriert und befragt durch die Stimme der Geschichtstaucherin Yvonne aus dem Off.
Ich such die DDR – Sieben Tauchgänge und ein Sprung ins kalte Wasser ist eine performative Forschungsreise über Generationen hinweg — zwischen Rückblick und Bezugnahme, als Einladung, aus vergangenen Erfahrungen neue Formen von Gemeinschaft, Empathie und solidarischem Handeln zu entwickeln.
Konzept/Regie
Anika Lachnitt
Performance
Siska Antoni, Tomke Behrmann, Birte Kapinos, Daniel Miosga, Maja Morgenstern, Ella Sperfeld, Tamo* Stern
Bühne und Kostüm
Alexandra Jacob
Künstlerische Mitarbeit/Regieassistenz
Zoe Döller
Dramaturgische Beratung
Dag Lohde
Sprecherin Audiowalk
Yvonne Johna
Licht und Ton
Tine Bruckmann und Leo Reckling
Audioproduktion
studio lärm
Produktionsleitung
Katja Zimmermann
Produktionsberatung
René Dombrowski
Grafik Design
Kathrin Meerbach
Dokumentation und Fotos
©Axel Lambrette

